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Thomas Struck
Übersehen – Ein Berliner Koffer
Fotografien von Fide Struck 1928–1941
(Distanz Verlag)

Thomas Struck, Filmemacher und Kurator, erzählt in einem Lichtbildervortrag die Geschichte eines vergessenen Koffers und seiner Bilder.

Tausende Negative lagen jahrzehntelang unbeachtet in einem Holzkoffer. 2015 öffnete ihn Fide Strucks jüngster Sohn Thomas. Zum Vorschein kam ein fotografisches Werk aus den Jahren 1928 bis 1941 – Fotografien aus Berlin und Hamburg, von Arbeitswelten und vom Alltag.

Friedrich „Fide“ Struck (1901–1985) erlernte die Fotografie autodidaktisch in den 1920er Jahren in der Künstlerkolonie Gildenhall bei Neuruppin. Neben seinem Brotberuf als Sachbearbeiter in der Bauwirtschaft arbeitete er als freier Bildberichterstatter. Nach der Machtergreifung 1933 musste der sozialkritisch eingestellte Fotograf seine Motive ändern. Er fotografierte nun scheinbar unpolitische Themen: Angler, Alte, Außenseiter, Straßen und den Zoo.

1941 packte Struck seine Negative in einen Holzkoffer. Wie dieser Koffer die Bomben des Zweiten Weltkriegs und eine Odyssee durch das Nachkriegsdeutschland überstand, bleibt ein Rätsel.

Aus dem Fund entstand das Fotobuch „Übersehen – Ein Berliner Koffer“. Die Bildfolgen des Lichtbildervortrags werden von den Stimmen Ulrich Tukurs und Eva Mattes begleitet.

Noch bis zum 27. September 2026 ist die Ausstellung „Ein Berliner Koffer“ im Willy-Brandt-Haus Berlin zu sehen.

am: Mittwoch, 16. September 2026
von: 19:30 Uhr
im: Bücherbogen am Savignyplatz
Stadtbahnbogen 593 | 10623 Berlin