04.07.2019 | 19:30 Uhr Die Grünfrage » 100 JAHRE GROSS-BERLIN

Bartetzko, Dieter; Lixenfeld, Elmar (1998) Die Paulskirche in Frankfurt am Main Denkmal für den Aufbau Deutschlands

Bartetzko stellt die gesamte Geschichte dieses Bauwerks von 1782 bis 1998 im Spannungsfeld zwischen Traditionalisten und Modernisten dar. Dabei würdigt der Autor besonders das leidenschaftliche Ringen der Jahre 1945 bis 1948 um den Wiederaufbau sowie die Raumkonzeption und die Auffassung von ?interpretierender Denkmalpflege? der Architekten um Rudolf Schwarz.

Rowe, Colin; Koetter, Fred (1997) Collage City

Collage City ist eine Kritik der modernen Architektur und zugleich der Aufruf, Theorie und Praxis von Planung und Städtebau zu überdenken. Colin Rowe und Fred Koetter erklären die moderne Architektur als Heilsbotschaft und den modernen Städtebau als Versuch, eine Idealvorstellung von totaler Ordnung zu verwirklichen. Sie unterscheiden zwei Arten von Utopien: Utopie als Objekt der Betrachtung und Utopie als Handlungsanweisung. Sie unterscheiden zwei Arten von Modernismus: den technikbesessenen und möchtegern-wissenschaftlichen Modernismus und einen ganz anders gearteten Modernismus der modernen Kunst (eines Picasso, Strawinsky, Joyce, T.S. Eliot). Während der erste sie abschreckt, begrüßen sie die Implikationen des zweiten. Die Collage wird dabei als Verfahren und Geisteshaltung des Architekten propagiert, indem das Vorhandene als Grundlage für die Weiterentwicklung der Stadt dienstbar gemacht wird. Diese Ausgabe ist durch ein neues Nachwort von Colin Rowe ergänzt.

Mack, Gerhard (1997) Herzog & de Meuron 1978-1988

Herzog & de Meuron gehören zu den international bedeutendsten Architekten unserer Zeit. Der jüngste Auftrag für die neue Tate Gallery in London hat das einem breiteren Publikum ebenso signalisiert wie große Ausstellungen in Tokio, New York und Paris. Die Gesamtausgabe im Birkhäuser Verlag für Architekturträgt diesem herausragenden Stellenwert Rechnung und stellt das Werk in seinem Zusammenhang vor. Nach Band 2 im letzten Jahr werden in Band 1 nun die ersten elf Jahre von Herzog & de Meuron dokumentiert. ln diesem Zeitraum von 1978-88 wurde eine methodologische Basis erarbeitet, auf der die Großprojekte der darauffolgenden Jahre aufbauen konnten. Waren Bauten wie das «blaue Haus» bei Basel durch eine naturbezogene Bildhaftigkeit geprägt, so traten Herzog & de Meuron fast gleichzeitig mit Entwürfen hervor, die so verdichtet waren, dass Erscheinungsweise, Funktion und Struktur zusammenfielen. Das Lagerhaus für die Firma Ricola in Laufen ist mit seiner Hülle aus geschichteten Eternitplatten hierfür exemplarisch. Ein weiteres zentrales Thema der ersten Werkdekade ist denn auch die grundsätzliche Neubewertung von Materialien. Ein Haus in einem Garten bei Basel wurde innen und außen ganz aus verschiedenen Sperrhölzern gefügt, die Außenwände eines Wohnhauses im ligurischen Tavole sind aus Bruchsteinen geschichtet. Für ein Laborgebäude in Basel war eine Glashülle vorgesehen, die sich teilweise vom Baukörper ablöst; ein Wohnhaus mit Galerieraum lebt aus der vielfältigen Verwendung von Beton. Bereits bei den Frühwerken ist also ein ausgesprochenes Interesse an der Gestaltung der Fassade erkennbar. Die Auseinandersetzung mit übergreifenden stadtplanerischen Aspekten manifestierte sich erstmals deutlich in der Siedlung Pilotengasse am Stadtrand von Wien, die Herzog & de Meuron zusammen mit Adolf Krischanitz und Otto Steidle 1987-92 entwarfen und realisierten.Das pragmatische Denken für einen spezifischen Ort und Zweck in der sich rasch wandelnden Gegenwart, das den architektonischen Diskurs von Herzog & de Meuron in besonderer Weise auszeichnet, wird im Buch durch verschiedene theoretische Beiträge abgestützt. Wie im bereits erschienenen Band 2 werden auch im Band 1 die zentralen Projekte ausführlich vorgestellt. Im Anhang befindet sich eine Chronologie aller 47 Werknummern von 1978-1988 mit präzisen technischen und bibliografischen Angaben.

Pauly, Danièle (1997) Le Corbusier. Die Kapelle von Ronchamp / La Cappella di Ronchamp

Die Wallfahrtskirche Notre-Dame-Du-Haut in Ronchamp (1950-54), Ikone der modernen Architektur, stellt einen der zentralen Bauten in Le Corbusiers Spätwerk dar. Auf einem Hochplateau der Vogesen oberhalb Belforts gelegen, ist dieser Bau ein in Raum- und Formgestaltung einzigartiges Kunstwerk, das sich einmalig in seine Umgebung einpaßt. Das muschelförmige Dach, die gerundeten Mauern, die Türme aus Steinmauerwerk sowie die durch farbige Glasöffnungen rhythmisierte Fassade sind wesentliche Bestandteile dieser skulpturalen Konstruktion. Die Kapelle von Ronchamp ist in ihren Maßstäben und Proportionen nach dem von Le Corbusier entwickelten "Modulor" entworfen und erhält auch von daher ihre besondere räumliche Wirkung. Wie alle Guides dieser Reihe ist das Buch sowohl für das Fachpublikum als auch für an Architektur und moderner Kunst interessierte Touristen unentbehrlich. Es eignet sich zudem als apartes Geschenkbuch.

Biraghi, Marco; Friemert, Dorothee; Wachter, Gabriela (1993) Hans Poelzig Architektur 1869-1936

Die Frage 'Wer ist Architekt?', die sich Hans Poelzig (1869?1936) selbst ein Leben lang stellte und in seinen Reden immer wieder neu beantwortete, war für den italienischen Architekturhistoriker Marco Biraghi Anlass, aus zeitlicher und räumlicher Distanz eine interdisziplinär beleuchtete Einordnung von Poelzigs Schaffen vorzunehmen. Der Autor nähert sich dem Leben und Werk des Architekten und Künstlers über die Suche nach der Identität des planenden Subjekts. Um den Weg des Architekten, den Poelzig zwischen Avantgarde und Tradition einschlug und mit Anerkennung beschritt, umfassend zu klären, werden seine Bauten über eine architekturgeschichtliche Einordnung hinaus im Spiegel der zeitgenössischen Literatur, Philosophie, Malerei, Bildhauerei und Musik reflektiert. Dieses reich illustrierte Buch bietet ergänzend zu den bereits vorliegenden Veröffentlichungen eine neue Sicht auf die Gesamterscheinung des Architekten und dessen Werk.

Bucciarelli, Piergiacomo; Eichenlaub, C; Wachter, G (1992) Fritz Höger Hanseatischer Baumeister 1877-1949

Fritz Höger (1877?1949) hat wie kein anderer in den Zwanziger- und Dreißigerjahren die norddeutsche Baukunst geprägt. Zu Unrecht jedoch wurde er in eine zweitrangige Position verwiesen, von Kritikern, die bis heute dem Neuen Bauen verhaftet sind, obwohl Höger mit dem zeitgenössischen Architekturdiskurs aufs Engste verflochten ist. Im Gegensatz zu den Protagonisten des Neuen Bauens verstand sich Höger nicht als Neuerer, sondern als Nachfolger einer bis in die Backsteingotik zurückreichenden Überlieferung. Unter der Oberbaudirektion Fritz Schumachers in Hamburg kam diese Bautradition zu neuer Blüte. Hier entstanden in den frühen Zwanzigerjahren Högers expressionistische Kontorhäuser. Bevorzugter Baustoff der Expressionisten war der Backstein, weil er durch seinen Variationsreichtum besonders geeignet ist, reizvolle Oberflächen zu bilden. In den späten Zwanzigerjahren wurde der Backsteinbau zum Gegenspieler des 'weißen' Neuen Bauens erklärt. Die anfänglich sachlich geführte Kontroverse ging im Streit der Weltanschauungen unter.

Fleig, Karl; Aalto, Elissa (1990) Alvar Aalto ? Das Gesamtwerk / L'?uvre complète / The Complete Work

Alvar Aalto, 1998 in Kuortane in Finnland geboren, ist eine der letzten Persönlichkeiten der großen Architekturgeneration des 20. Jahrhunderts. Seine Bauten, vom Städtebau bis zum einfachen Wohnhaus, wirken als einheitliche Organismen. Formale Architekturtheorien liegen ihm fern. Der Weg eines jeden Bauwerkes ist vom ersten flüchtigen Skizzenstrich bis zur Übergabe an den Bauherren faszinierend und ganz von der Persönlichkeit des Architekten bestimmt. Alles bleibt lebendig und in Bewegung, wirkt ungezwungen und natürlich, gleichsam gewachsen aus der Umgebung. Das besondere Gefühl für die Wichtigkeit einzelner Bauteile und Bauabschnitte macht es möglich, auch aus bescheideneren Bauaufgaben eine Vielfalt an individueller Prägung herauszuholen. So gehen auch Möbel Lampen, Vorhänge und alle die Dinge, die ein Haus erst bewohnbar machen, zum größten Teil aus den Entwürfen und Experimenten Aaltos hervor. Die Einheit der Idee, der Form und der Lebensweise bildet das zentrale Thema seines Schaffens.

« Prev Next »